Obermeister Wolfgang Herbst eröffnete die Versammlung im Württemberger Hof, Ludwigsburg, mit einem Rückblick auf die vergangenen Monate. Er ging auf die aktuelle Politik ein und meinte „man kann nur hoffen, dass von den vielen Versprechungen etwas übrigbleibt“ und umgesetzt werde. Die „Gängeleien durch Behörden und Organisationen nehmen leider zu“, meinte er, und von Bürokratie- und Auflagen-Abbau könne keine Rede sein. Die Lage im Fleischerhandwerk skizierte er anhand von aktuellen Zahlen: „Derzeit haben wir in Baden-Württemberg noch 690 Betriebe, vor 20 Jahren waren es rund 3.600“ und das bei einem Organisationsgrad von 80 Prozent. Positiv konnte er berichten, dass die Ausbildungszahlen im Fleischerhandwerk gestiegen sind und das nicht nur durch die verschiedenen Programme zur Anwerbung von Azubis aus dem Ausland. Bei den Agenturen und Organisationen, die junge Menschen aus verschiedenen Ländern als Auszubildende für Deutschland anwerben und anbieten gebe es sowohl Seriöse, was Innungsmitglieder aus eigener Erfahrung bestätigten, als auch Unseriöse. Die unseriösen Anbieter stellten, gegen viel Geld, Deutschzertifikate für Personen aus, bei denen keine entsprechende Sprachkenntnisse vorhanden sind. Entsprechend, so berichten Berufsschulen, könne keine reguläre Beschulung erfolgen, da die Schülerinnen und Schüler mangels Deutschkenntnissen dem Unterricht nicht folgen können.
Wolfgang Herbst bat die anwesenden Kolleginnen und Kollegen eindringlich, an der diesjährigen SÜFFA, die von 7. bis 9.11.26 in Stuttgart stattfindet, teilzunehmen. Als Besucher, möglichst auch mit Mitarbeitern des eigenen Betriebes, und als Einreicher von Proben zu den Qualitätswettbewerben. Die SÜFFA-Qualitätsprämierungen gelten international als hochwertiges Qualitätssiegel, sie dienen auch der betrieblichen Eigenkontrolle und lassen sich außerdem werblich für die Betriebe wirkungsvoll nützen. Damit möglichst viele Innungsmitglieder an den SÜFFA-Wettbewerben teilnehmen können haben sich Vorstand und Ausschuss dazu entschieden, die traditionelle öffentliche Qualitätsprüfung im Rahmen des Spätlingsmarktes in diesem Jahr auszusetzen.
Den Geschäfts- und Kassenbericht des Jahres 2025 erläuterte Nancy Hoffmann. Auf Empfehlung des Kassenprüfers Frank Siegle nahm die Versammlung diesen einstimmig an und entlastete Vorstand und Geschäftsführung ebenfalls einstimmig.
Die geplante Ernennung eines Gesellenausschusses, der von der Handwerkskammer gefordert wird, konnte nicht erfolgen, da es für diese Position derzeit keine Interessenten gibt.
Der stellvertretende Obermeister, Matthias Scherer, teilte der Versammlung mit, dass er das Amt nicht weiter bekleiden wird. Er hatte sich bei der letzten Wahl bereits für nur ein Jahr, statt der üblichen drei Jahre, bereit erklärt, doch nun sei es an der Zeit für ihn, aufzuhören. In seinem emotionalen Statement rief er auf: „Wir haben den Zenit überschritten, jetzt muss die Jugend ran!“ Das Netzwerk, das man durch die Ehrenämter habe, müsse erhalten bleiben und verjüngt werden, „es geht um Ihre Zukunft“! Außerdem profitiere jeder selbst, für sich und den eigenen Betrieb, von den Veranstaltungen und persönlichen Treffen im Rahmen der Ehrenamtstätigkeit.
Obermeister Herbst schlug der Versammlung vor, Matthias Scherer für seine Verdienste für die Belange der Innungsmetzgereien und sein jahrzehntelanges Engagement im Ehrenamt zum Ehren-Obermeister zu ernennen. Dem stimmte die Versammlung geschlossen zu und gratulierte Matthias Scherer zum Titel Ehren-Obermeister.

In den anschließenden Wahlen wurde Lehrlingswartin Anna Stirner-Sinn wiedergewählt und Marc Schneider als neues Ausschussmitglied ebenfalls einstimmig gewählt.
